Senioren-Union Erding

Kommunalpolitik im Zeichen des demographischen Wandels

Mit der Deggendorfer_Erklärung_2025 setzt die Senioren-Union der CSU ein starkes Signal für eine zukunftsfähige und seniorengerechte Kommunalpolitik in Bayern. Im Mittelpunkt stehen die Herausforderungen des demographischen Wandels – und sieben konkrete Forderungen, wie Gemeinden, Städte und Landkreise altersfreundlich gestaltet werden können.
 

Gerade auf kommunaler Ebene entscheidet sich, wie lebensnah und wirksam Politik ist. Hier erleben Bürgerinnen und Bürger unmittelbar, ob ihre Anliegen gehört werden.

Die Kommunalwahlen im März 2026 haben daher eine besondere Bedeutung.


Handlungsfähigkeit der Kommunen sichern

Bayerns Kommunen stehen vor großen Herausforderungen:

  • steigende Sozial- und Pflegeausgaben

  • wachsende Investitionsbedarfe

  • sinkende Steuereinnahmen

  • zusätzliche Aufgaben in Integration, Klimaschutz und Infrastruktur

Um ihre Aufgaben erfüllen zu können, brauchen die Kommunen:

🔹 Stabile finanzielle Grundlagen

Eine stärkere Beteiligung am Steuerverbund sowie eine vollständige Finanzierung übertragener Aufgaben durch Bund und Länder sind notwendig, um die kommunale Selbstverwaltung zu sichern.

🔹 Digitalisierung mit Augenmaß

Digitale Verwaltungsangebote sollen Prozesse vereinfachen und beschleunigen. Gleichzeitig müssen analoge Zugänge und persönliche Ansprechpartner erhalten bleiben – niemand darf durch Digitalisierung ausgeschlossen werden.

🔹 Bürokratieabbau

Vereinfachte Verfahren, reduzierte Standards und schnellere Genehmigungsprozesse stärken die kommunale Handlungsfähigkeit.

🔹 Nachhaltige Stadtentwicklung

Bezahlbarer Wohnraum, barrierefreies Wohnen, sparsamer Flächenverbrauch und Anpassung an den Klimawandel sind zentrale Zukunftsaufgaben.


Sieben Forderungen für eine seniorengerechte Kommunalpolitik

Die Senioren-Union formuliert sieben konkrete Handlungsfelder, die die Lebensqualität älterer Menschen nachhaltig verbessern sollen.


1️⃣ Demographischen Wandel aktiv gestalten

Kommunale Entwicklungsplanung muss altersfreundlich und generationengerecht ausgerichtet sein.

Seniorenpolitische Gesamtkonzepte dürfen nicht nur auf dem Papier stehen – sie müssen als strategische Grundlage dienen und konsequent umgesetzt werden.

Daseinsvorsorge, Infrastruktur und Stadtentwicklung müssen sich an einer älter werdenden Bevölkerung orientieren.


2️⃣ Altersgerechtes Wohnen fördern

Selbstbestimmtes Wohnen im Alter ist ein zentrales Anliegen.

Dazu gehören:

  • Barrierearme und barrierefreie Wohnungen

  • Wohnortnahe Versorgung mit Ärzten, Apotheken, Einkaufsmöglichkeiten

  • Ambulant betreute Wohngemeinschaften

  • Mehrgenerationenhäuser

Förderprogramme für altersgerechten Umbau müssen stärker genutzt und beworben werden.


3️⃣ Mobilität sichern – auch im ländlichen Raum

Mobilität bedeutet Teilhabe.

Ein leistungsfähiger ÖPNV mit:

  • barrierefreien Haltestellen

  • gut erreichbaren Linien

  • angemessener Taktung

  • seniorengerechten Tarifen

ist unverzichtbar.

Ergänzend sollen Seniorenfahrdienste, Bürgerbusse und mobile Versorgungsangebote die Mobilität stärken – besonders im ländlichen Raum.


4️⃣ Gesundheit und Pflege stärken

Gesundheit und Pflege sind Schlüsselthemen einer älter werdenden Gesellschaft.

Notwendig sind:

  • Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung

  • Ausbau ambulanter und stationärer Pflegeangebote

  • Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel

  • Einrichtung von Pflegestützpunkten

  • Aufbau von Demenz-Netzwerken

Steigende Pflegekosten belasten sowohl Pflegebedürftige als auch Kommunen. Hier braucht es strukturelle Lösungen.


5️⃣ Soziale Teilhabe und Ehrenamt ausbauen

Soziale Isolation darf kein Bestandteil des Alters sein.

Deshalb sind wichtig:

  • Seniorenbeiräte als Beteiligungsorgane

  • Begegnungsstätten und Seniorentreffs

  • Nachbarschaftshilfen

  • Stärkung des Ehrenamts

Kommunen können durch gezielte Förderung und Koordination das gesellschaftliche Engagement älterer Menschen unterstützen.


6️⃣ Digitale Kompetenz fördern

Digitale Teilhabe ist Voraussetzung für gleichberechtigte Mitwirkung.

Benötigt werden:

  • Schulungsangebote (z. B. VHS, Mehrgenerationenhäuser)

  • Unterstützung beim Umgang mit digitalen Verwaltungsdiensten

  • Erprobung digitaler Assistenzsysteme und Telemedizin

Digitalisierung darf nicht ausgrenzen, sondern muss befähigen.


7️⃣ Sicherheit erhöhen

Ältere Menschen benötigen besonderen Schutz.

Dazu gehören:

  • Aufklärung über Betrugsmaschen (Enkeltrick, Fake-Polizei)

  • Altersgerechte Verkehrssicherheit im öffentlichen Raum

  • Verstärkter Katastrophenschutz (Hitze, Stromausfälle, Starkregen)

Kommunale Sicherheitspolitik muss die besonderen Lebenssituationen älterer Menschen berücksichtigen.


Unterstützung durch Bund und Freistaat Bayern

Die Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Land und Bund ist entscheidend.

Vom Bund werden erwartet:

  • Vollständige Finanzierung übertragener Aufgaben

  • Investitionsprogramme für Infrastruktur

  • Reform der Steuerverteilung zugunsten der Kommunen

  • Sicherung gleichwertiger Lebensverhältnisse in Stadt und Land

Vom Freistaat Bayern werden begrüßt:

  • Stärkung des kommunalen Finanzausgleichs

  • Förderung von Städtebau und Wohnraum

  • Investitionen in Klimaschutz und Infrastruktur

  • Beschleunigung von Bau- und Genehmigungsverfahren

  • Digitalisierung der Verwaltung


Appell: Der Politik ein Gesicht geben

Kommunalpolitik lebt von Persönlichkeiten vor Ort.

Die Senioren-Union ruft ihre Mitglieder in ganz Bayern dazu auf, Verantwortung zu übernehmen und sich aktiv für kommunale Mandate zur Verfügung zu stellen.

Bürgernähe, Erfahrung und Engagement sind entscheidende Stärken einer seniorengerechten Politik.